Die Mauer auf dem Asterstein

Zuletzt aktualisiert am 21.03.2024

Hintergrund

Das beliebte Ausflugslokal Viktoriagarten musste 1939 den Vorbereitungen für den Bau einer auf dem Asterstein beabsichtigten sog. Adolf-Hitler-Schule weichen.

Bereits 1937 wurde der Grundstein für die Schule gelegt: “Auf der Rheinhöhe gegenüber dem Schloß … führt die Gauhauptstadt am Deutschen Eck auf der herrlichen Höhe des Astersteins den mächtigen Bau einer Adolf-Hitler-Schule…”.1Udo Liessem, Fünfzig Jahre Stadtgeschichte Koblenz 1890-1945, Unter Besonderer Berücksichtigung der städtebaulichen Entwicklung, Görres-Verlag Koblenz, 1983

Die letzten Eigentümer des Viktoriagartens, Familie Krämer, wurden enteignet, die Gebäude abgerissen und die Flächen eingeebnet.

Im Anschluss wurde eine Stützmauer an der Terrassenkante für den geplanten Bau errichtet. Die Schule selbst wurde aber wegen des Ausbruchs des 2. Weltkriegs nie begonnen. Offenbar sind damals jedoch bereits Fundamente fertiggestellt worden, die später bei Bau der Landespolizeischule Verwendung fanden.2Geschichte der Stadt Koblenz, Band 2, Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart, hrsg. von der Energieversorgung Mittelrhein GmbH, 1992

Das Fort Asterstein wurde bis 1945 durch den Reichsarbeitsdienst genutzt, möglicherweise führte dieser auch die Arbeiten durch.

Die Stützmauer reicht vom Ende der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße bis zu einem Eingang des Bezirksfriedhofs Asterstein und leicht versetzt bis zum Obelisken bzw. Denkmal für die Gefallenen des Feldzugs von 1866.

Die Mauer dient heute als bauliche Befestigung der darüber liegenden Flächen des Bezirksfriedhofs sowie der Feuerwehr- und Katastrophenschutzakademie Rheinland-Pfalz.

Fotos der Bauarbeiten

Die laufen Bauarbeiten lassen sich sicher in das Jahr 1940 datieren. Mir liegen im Original Fotos vom 10. Oktober 1940 vor:

Foto 1: Zu sehen sind die Bauarbeiten am direkt unterhalb des heutigen Bezirksfriedhofs gelegenen Teils der Mauer. In der Bildmitte links ist der Obelisk zu erkennen.
Foto 2: Auf diesem Foto ist derselbe Mauerteil wie im obigen ersten Foto zu sehen. Die Blickrichtung ist dieselbe, allerdings befindet sich der Fotograf am heute nur schwer zugänglichen bzw. verschüttetem Sockel der Mauer. Im Hintergrund ist das Deutsche Eck zu erkennen.
Foto 3: Dieses Foto zeigt den Sockel des Mauerteils, der an die heutige Rudolf-Breitscheid-Straße grenzt. Im Hintergrund ist die nicht mehr vorhandene Schiffsbrücke zu erkennen.

Foto ca. 1946

Das folgende Foto zeigt die Ansicht vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal bzw. Deutschen Eck über die alte Schiffbrücke bis hin zur Pfaffendorfer Brücke, die sich bei genauer Betrachtung im Zustand der provisorischen Behelfsbrücke befindet.

Da die Schiffbrücke 1947 aufgegeben und die Behelfsbrücke bereits Anfang 1946 errichtet wurde, ist das Foto auf diesen Zeitraum zu datieren. Die Mauer auf dem Asterstein ist zu diesem Zeitpunkt erst wenige Jahre alt.

Foto 4: Blick vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal bzw. Deutschen Eck über den Rhein und die alte Schiffbrücke. Im Hintergrund ist schwach die provisorische Behelfsbrücke bzw. Pfaffenforder Brücke zu erkennen, ca. 1946.

Archiv Jochen Bull
Foto 5: Ausschnitt aus Foto 4, direkte Ansicht der Mauer auf dem Asterstein

Fotos Januar 2024

Foto 6: Hier ist der Sockel der Mauer wie auf Foto 2 zu erkennen
Foto 7: Hier wird der Sockel der Mauer wie auf Foto 3 gezeigt

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