Gründung und Aufbau
Der ehemalige Wallmeister Carl Plate beantragte nach einer Teilhaberschaft an einer anderen Ziegelei auf der Pfaffendorfer Höhe (bei Josef Kräber) Ende 1891 eine eigene Ringofenziegelei1Quelle des gesamten Beitrags: „Töpfer- und Ziegelwesen, Kalkbrennereien und Tonabbau in Koblenz. Ein Rekonstruktionsversuch“; von Peter Kleber (März 2016), mit Ergänzungen durch das Stadtarchiv Koblenz (April 2017).
Diese Ziegelei befand sich in der Kehle des Forts Asterstein. Der Kolonnenweg verlief anders als heute: Vom Fort verlief zunächst ein längeres Teilstück gerade nach unten, außerdem auf der gegenüberliegenden Seite in Kurven um das Ziegeleigelände.
Nach anfänglichen Protesten aus der Bevölkerung (auf Grund des Schornsteins und des Landschaftsbildes) startete der Betrieb im November 1892. Geschäftsführer war Plates Sohn Fritz, während sich der Vater um die Landwirtschaft kümmerte. Alle waren unter der Anschrift Blindtal 103 wohnhaft. Dort betrieb Fritz Plate später einen Grauwackensteinbruch.
Der Standort litt von Beginn an unter instabilen Bodenverhältnissen. Schon 1893 wurden ein Maschinenhaus zur Wasserversorgung und eine Futtermauer durch Hangrutschungen zerstört oder beschädigt. Diese Probleme mit abrutschenden Mauern begleiteten das Gelände über Jahrzehnte.

Weiterbetrieb
Im Jahr 1897 ging die Ziegelei in den Besitz von Karl Busch über.


Der Betrieb verlor im Laufe der Zeit jedoch an Bedeutung. Im März 1935 ruhte die Produktion bereits; Busch weigerte sich, den aus Sicht der Behörden baufälligen Schornstein abzureißen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde die Produktion endgültig eingestellt.
Nachnutzung
1941 versuchte die Witwe von Karl Busch, auf dem ehemaligen Ziegeleigelände ein Zweifamilienhaus zu errichten. Ihr Argument war, dass die alten Ziegeleigebäude baufällig seien und ein Neubau das Landschaftsbild eher aufwerten würde. Das Baugesuch wurde jedoch abgelehnt, da das Gebiet im Wirtschaftsplan der Stadt als landwirtschaftliche Fläche unter Naturschutz stand.



Die alten Anlagen (Ringofen, Wohnhaus, Stall) blieben als baufällige Ruinen zurück, während der Schwiegersohn der Witwe Mathias Bohnen stattdessen den nahe gelegenen Blindturm zu einem Wohn- und Bürogebäude umbaute.

Auf dem Ausschnitt des obigen Fotos ist unterhalb des Forts das noch freie Gelände der ehemaligen Ziegelei zu erkennen. Markant ist das Haus etwas unterhalb des noch heute stehenden ehemaligen Familienwohnhauses der Kaserne, deren alte Gebäudeteile vor dem Abriss links auf dem Foto auch noch zu erkennen sind:




